Ziel der Außenwirtschaftsförderung des BMLEH ist die Unterstützung klein- und mittelständischer Unternehmen der deutschen Agrar- und Ernährungswirtschaft.
Projektverlauf
Am 2. Oktober 2025 erhielten die deutschen Teilnehmenden im Rahmen einer virtuellen Vortragsveranstaltung einen umfassenden Einblick in den Weinmarkt Kanadas, fokussiert auf die Provinzen Québec, Ontario und British Columbia. Experten der jeweiligen Provinzen stellten die wirtschaftlichen Entwicklungen, den Weinmarkt in Kanada im Allgemeinen und spezifische Marktbedingungen der drei Provinzen vor. Besonderes Augenmerk lag auf den Vertriebsmöglichkeiten für deutschen Wein und Konsumpräferenzen der kanadischen Bevölkerung.
Den Auftakt des physischen Teils der Geschäftsreise bildete am 23. November 2025 das Eingangsbriefing in den Räumlichkeiten der AHK Kanada in Toronto, Ontario. Die Teilnehmenden erhielten dort einen Überblick über den Ablauf der Geschäftsreise, Informationen zur aktuellen politischen und wirtschaftlichen Lage Kanadas sowie Hinweise zu landestypischen Geschäftsgepflogenheiten. Anschließend verschaffte ein erster Store Check bei einer Filiale des staatlichen Monopolhändlers Liquor Control Board of Ontario (LCBO) den deutschen Teilnehmenden einen Einblick in das Sortiment, die Präsentation und Preisstruktur von Weinen im kanadischen Einzelhandel in Ontario.
Am 24. November 2025 stand in Toronto die Vortrags- und Präsentationsveranstaltung mit anschließendem Get-together im Ontario Investment and Trade Center im Mittelpunkt. Nach Begrüßungsworten folgte ein Fachvortrag zu aktuellen Entwicklungen und Trends im Weinland Deutschland. Im Anschluss stellten sich die teilnehmenden deutschen Weingüter mit ihren Betrieben und Weinen den geladenen kanadischen Gästen vor. Im Rahmen von Verkostungen der eigenen Weine führten die deutschen Weingüter umfassende individuelle Geschäftsgespräche mit kanadischen Importeuren, Agenturen und Handelspartnern. Nach den Veranstaltungen erfolgte der Weiterflug der Delegation nach Montréal, Québec.
Der Folgetag begann mit einem Store Check beim staatlichen Monopolanbieter Société des alcools du Québec (SAQ) im SAQ Dépôt Marché Central in Montréal. Hier konnten sich die Teilnehmenden mit Sortiment, Platzierung und Preisgefüge in Québec vertraut machen und Unterschiede zum Markt in Ontario beobachten. Auch hier erfolgte eine geführte Darstellung des Sortiments durch den Filialleiter mit anschließender Fragerunde und individuellem Austausch mit den Teilnehmenden. Am Nachmittag fand in der Maison du Développement Durable die zweite Präsentationsveranstaltung mit Get-together und Weinverkostung statt, die erneut individuelle Geschäftsgespräche mit Importeuren, Agenturen und Fachhandelspartnern aus Québec umfasste.
Der letzte Reisetag war erneut den praxisorientierten Markteinblicken und der abschließenden Auswertung der Geschäftsreise gewidmet. Zunächst fand ein gemeinsames Abschlussgespräch mit Feedbackrunde statt. Im Anschluss daran markierte ein weiterer Store Check im SAQ Sélection de Maisonneuve das Ende des offiziellen Programms, bevor die Teilnehmenden individuell abreisten oder ihre eigens organisierte Weiterreise nach Vancouver, British Columbia antraten.
Projektergebnisse
Im Rahmen der Geschäftsreise erhielten die deutschen Weingüter einen umfassenden Einblick in die Strukturen und Funktionsweisen der Weinmärkte in den Provinzen Ontario und Québec. Die im Vorfeld der physischen Geschäftsreise abgehaltene virtuelle Vortragsveranstaltung vermittelte den Teilnehmenden einen umfassenden Überblick über die Rahmenbedingungen und Potenziale des Zielmarkts Kanada. Aktuelle Marktdaten und Branchenanalysen lieferten wertvolle Erkenntnisse zu möglichen Importchancen für die deutschen Weingüter. Zudem wurde die Rolle der staatlichen Monopolgesellschaften LCBO und SAQ sowie die Besonderheiten der Vertriebswege über Agenturen erläutert. Dies ermöglichte den Teilnehmenden, die regulatorischen und logistischen Rahmenbedingungen für den Export deutscher Weine nach Kanada besser einzuordnen.
Die Store Checks bei LCBO und SAQ ergänzten die theoretischen Einführungen um konkrete Eindrücke aus der Verkaufspraxis. Die deutschen Teilnehmenden konnten Sortimentstiefe und -breite, Produktpräsentation, Preisgefüge und Herkunftsstruktur der angebotenen Weine analysieren und daraus Rückschlüsse auf Wettbewerbssituation, Positionierungschancen und Nachfrage nach deutschen Weinen ziehen. Besonderer Mehrwert entstand durch die Möglichkeit, im Rahmen der Marktbesuche gezielt Fragen zu Sortimentspolitik, Beschaffungsprozessen und Kundenpräferenzen an die Experten und Mitarbeiter der Geschäfte zu stellen.
Hohe Relevanz für die Exportpraxis hatten zudem die Präsentationsveranstaltungen mit Verkostungen und Geschäftsgesprächen in Toronto und Montréal. Kanadische Importeure, Agenturen, Fachhändler und weitere Branchenakteure nutzten die Gelegenheit, die deutschen Weinexporteure und deren Portfolios kennenzulernen und Kooperationsmöglichkeiten auszuloten. Neben der Weinpräsentation lag der Schwerpunkt auf dem Aufbau und der Vertiefung persönlicher Kontakte sowie auf der Erörterung konkreter Import- und Vermarktungsoptionen.
Rückmeldung der teilnehmenden Unternehmen
Die teilnehmenden Unternehmen zeigten sich mit Organisation und Ablauf der Geschäftsreise insgesamt zufrieden. Positiv hervorgehoben wurden die Store Checks sowie die Qualität und Vielfalt der Geschäftsgespräche, insbesondere in Toronto. Die Teilnehmenden konnten deutlich mehr Kontakte und Gespräche führen, als ursprünglich vorgesehen war, was als großer Mehrwert für die künftige Marktbearbeitung bewertet wurde.
In der abschließenden Feedbackrunde formulierten die Weingüter Anregungen zur Optimierung zukünftiger Unternehmerreisen.
Kurzprofil der Auftragnehmer
Die Kernaufgabe der DIHK DEinternational GmbH besteht darin, verschiedenste Koordinierungsaufgaben für das gesamte Netzwerk der Deutschen Auslandshandelskammern (AHKs) zu übernehmen und bei der Organisation und Durchführung internationaler Projekte zu unterstützen. Das AHK-Netz umfasst weltweit rund 150 Standorte in 90 Ländern und zählt zur offiziellen Vertretung der deutschen Wirtschaft.
Das Projekt wurde in enger Zusammenarbeit mit der Deutsch-Kanadischen Industrie- und Handelskammer (AHK Kanada) realisiert.
DIHK DEinternational GmbH – Berlin, 05. Dezember 2025